Planung

Der Gemeinschaftsraum befindet sich im Erdgeschoss, in der Mitte des Gebäudes. Jeder brachte seine Vorschläge für die Nutzung und Gestaltung unseres Gemeinschaftsraumes mit ein. Derzeit existiert eine lange Liste und entschieden, was wir wie umsetzen, wird in einer der nächsten Sitzungen. 

Was wäre Ihnen wichtig? Gern könne Sie uns Ihre Erfahrungen schicken. 

Eine Vision

Der Wohnmix-Gemeinschaftsraum – beschrieben von Peter Tobiassen 

16.15 Uhr, Feierabend. Anke hat mir erzählt, dass sie korrigieren muss. Ich weiß, sie sitzt in ihrem Arbeitszimmer und ist nicht recht ansprechbar. Ich komme ins Treppenhaus und sehe durch die Voll-Glastür des Gemeinschaftsraumes Hein dort sitzen. Er hat die gemeinschaftlich abonnierte Süddeutsche in der Hand und blickt in den Garten. Gute Idee, denke ich. Mal sehen, was Hein zu den aktuellen Entwicklungen in Gorleben sagt. Ich gehe hinein, schnappe mir einen Becher und stelle ihn unter die Kaffeemaschine. Kurzes Überlegen – Kaffee schwarz, Milchkaffee, Espresso – welchen Knopf soll ich drücken? Milchkaffee, wie üblich, schließlich ist es später Nachmittag.

Die Ohrensesselgruppe sieht richtig gut aus zu dem hellen Parkett. Die richtige Klön-Ecke, in der schon viele heiße politische Debatten ausgetragen wurden, wo aber auch schon so manche verrückte Idee für eine Gemeinschaftsveranstaltung geboren wurde. Für uns gilt: Geht nicht, gibt’s nicht. So hat der Schauspieler Hannes Jaenicke mit einer Lesung aus seinem Buch „Wut allein reicht nicht – Wie wir die Erde vor uns schützen können“ unsere Wohnmix-Veranstaltungsreihe begonnen. Eine Veranstaltung nur für Wohnmixler und für Nachbarn und für O-Eins, so dass die Oldenburger auch etwas davon haben.

Als Hein das Endlager schon als so gut wie verhindert ansieht, kommt die Kartenrunde in den Raum. Sie steuert auf den runden Tisch mit den vier Armlehnstühlen zu. Nun ist es vorbei mit der politischen Debatte. Am liebsten würde ich ein Käseglocke über den Tisch stülpen – geht aber nicht. Als Hein und ich missmutig ob der Störung dreinschauen, werden wir zum Mitspielen eingeladen. Dass ich heute eigentlich das Abendbrot bereiten wollte, habe ich schon lange vergessen.

Hermann kommt rein. Er steuert schnurstracks auf das raumhohe Bücherregal an der linken Wand zu und sieht die Reihe mit den Krimis durch. Er sieht uns an, runzelt kurz die Stirn und sagt: „Wir haben uns doch darauf verständigt, dass wir Sonntag Abend den Tatort auf dem Programm haben. Freddy Schenk und Max Ballauf sind dran.“ Er blickt auf den Fernseher an der Wand, der nur fürs gemeinsame Fernsehen angemacht wird. Manchmal Fußball, meistens Tatort und selten … „Hermann, da liegst Du falsch“ tönt eine weibliche Stimme vom Kartentisch. „Beim letzten Freitagstreffen war die Abstimmung eindeutig. Rosamunde Pilcher ist Sonntag dran.“ Hermann zieht mit seinem Buch ab – wenig begeistert. Der Frauenüberschuss bei Wohnmix wird langsam zu einem echten Problem …

Gorm und Werner kommen mit fünf weiteren Wohnmixlerinnen in den Raum. Ein Becher nach dem anderen wandert unter die Kaffeemaschine. Alle setzen sich an der länglichen Tisch mit acht Stühlen. Sie bringen gerade den Garten auf Vordermann und brauchen jetzt eine Pause – kein Wunder bei dem Schmuddelwetter.

Nun erscheinen auch noch die beiden jüngsten Wohnmixler, schnappen sich zwei Bilderbücher aus dem Regal und setzen sich auf das Sofa, das an der rechten Wand steht. Bilderbücher in Gemeinschaft gucken macht mehr Spaß als im Kinderzimmer. Vor allem kommen hier viel häufiger Erwachsene vorbei, die sie zum Vorlesen überreden können. Vorlesestunde auf dem Sofa, ein echter Renner.

Plötzlich stehen zwei fremde Menschen in der Tür. „Wir haben gehört, hier gibt es ein gemütliches Cafe. Hier ist ja richtig was los.“ Wir klären sie auf, dass es nur der Wohmix-Gemein­schaftsraum ist. Sie gucken so enttäuscht, dass wir sie erst einmal zu einem Kaffee einladen. „Kaffee schwarz, Milchkaffee oder Espresso?“ Die Frage klingt wie in einem echten Cafe. Wir kommen ins Gespräch und nach zehn Minuten ist die Idee für ein Wohnprojekt in Cloppenburg geboren.

Mein Handy klingelt. „Ohh man, das Abendbrot!“ schießt es mir in den Kopf …  

Nach oben